Naja gut liebe HSVler,

nur ein Holtendorfer Löwe steigt in die Landesliga Sachsen auf. Unsere Holtendorfer Spielvereinigung stellt in der neuen Saison einen Landesligaschiedsrichter, aber nicht nur irgendeinen Landesligaschiedsrichter, sondern einer der Jüngsten.

Jetzt fragt Ihr Euch natürlich, wer ist dieses junge Schiedsrichtertalent? Wie alt ist er, wie kam er zu seiner Berufung Schiedsrichter, was macht er in seiner Freizeit und wie zur Hölle steigt man in so jungen Jahren in die Landesliga Sachsen auf?

Wir wollen Euch voller Stolz unser junges Schiedsrichtertalent und seinen Werdegang vorstellen. Auch unsere Schiedsrichter machen unseren Sport aus und kommen oft viel zu kurz. Das wollen wir heute ändern.

Unser Schiedsrichterlöwe, der immer freundlich und echt smart daher kommt,  heißt Oliver Seib, wurde in Lauban geboren, ist zarte 19 Jahre alt und in Görlitz aufgewachsen.

Wenn er mal nicht auf dem heiligen Rasen steht, liest er gern, joggt, fährt Rad und genießt schöne Reisen an die verschiedensten Orte der Welt.

Oli kam 2010 zu unserem Verein. Er spielte in verschiedenen Jugenden unserer Löwen bis er 2014 anfing zu pfeifen. Mit sage und schreibe 14 Jahren pfiff er die ersten Männerspiele in der Kreisklasse und wie es dort manchmal zur Sache geht, wisst ihr alle zu genüge. Anfangs wollte er als Schiedsrichter sein Taschengeld aufbessern um sich z.B. Kinobesuche mit Freunden zu finanzieren.

Nach uns nach kam dann der Spaß an der ehrenamtlichen Tätigkeit als Schiedsrichter auf. Als sich dann die ersten Schiedsrichterbeobachter für unser Talent interessierten, bekam er erste Noten und wurde durch diese, wohl nicht allzu schlechten Noten, in die ersten Kadergruppen eingeladen. Dort konnte er sich mit anderen erfahreneren Schiedsrichtern austauschen und sein Erfahrungsschatz erweitern. In diesen Kadergruppen kann man sich also schneller entwickeln. Jetzt hatte er sich voll und ganz für eine Laufbahn als Schiedsrichter entschieden und hing die aktiven Schuhe an den Nagel.

Schön und gut, diesen Einstieg, wenn vielleicht auch nicht mit 14 Jahren, schaffen einige. Wie kommt es aber für einen 19jährigen zum Aufstieg in die Landesliga Sachsen?

Oli erklärte uns das wie  folgt:

Schiedsrichter werden immer wieder unangekündigt von Schiedsrichterbeobachtern bei Punktspielen bewertet. Meist geschieht das, wenn sie Hauptschiedsrichter sind, manchmal auch als Assistenten. Bei diesen Beobachtungen achten die Bewertenden auf mehrere Kriterien. Oli wurde in seinem Lauf- und Stellungsspiel, seiner Fitness, seiner Persönlichkeit, seiner Entscheidungsbalance und Linie im Spiel (d.h. wie legt er Entscheidungen aus und bewertet selbst die Spielsituationen) und der Ansprache an die Spieler bewertet und benotet. Mehrere dieser Noten bilden am Ende eine Gesamtnote und diese führt zu einem Ranking der Schiedsrichter untereinander. Wenn man nun wenige Spiele an die Ansetzer zurückgibt und gute Noten erhascht, kann man in diesem Ranking die vorderen Plätze belegen und diese können zum Erhalt einer Spielklasse oder auch zum Aufstieg in eine neue Liga führen.

Oli ist erst in der letzten Saison in die Landesklasse aufgestiegen und wollte eigentlich nur diese Spielklasse halten. Er wurde am Ende jedoch im Ranking von 75 zu bewertenden Schiedsrichtern der Landesklassen auf Position sechs geführt und ist deshalb in die Landesliga Sachsen aufgestiegen.

Jetzt gehört unser Schiedsrichtertalent zu den besten in ganz Sachen und nicht nur das, er gehört aufgrund seiner Leistungen und seines jungen Alters zu einer Gruppe von zehn Schiedsrichtern die dem Spitzenförderungskader angehören. Dort wird man besonders gefördert, muss aber auch mehr leisten als die anderen Schiedsrichter. So fährt Oli alle zwei Wochen nach Leipzig um an einem Lauftraining teilzunehmen. Zudem muss er auch zu Regeltests oder Tagungen nach Leipzig und wird dort regelmäßig in den Bereichen Fitness, Schiedsrichterverhalten und Regelkunde geprüft und bewertet.

Wenn man mit 19 schon so weit ist, haben wir uns gefragt, wohin Oli’s Reise gehen soll?

Ganz bescheiden und smart, wie er eben ist, antwortete er, er wolle weiterhin gute Leistungen bringen, viele Spiele leiten und mit vielen Menschen ins Gespräch kommen, um seinen Horizont zu erweitern.

Wir finden, so einem Talent und coolen Typen, sollte man auch eine Bühne geben und hoffen, dass er seinen Weg weiter geht.

Oli, wir sind stolz auf deinen Werdegang, wir sind stolz auf dich und glücklich, dich in unserem Verein zu haben und bedanken uns für diesen kleinen, aber informativen Einblick in dein Leben und die Welt der Schiedsrichter.

Wir hoffen dieser Exkurs hat euch gefallen liebe Löwen und Lesenden und wünschen Euch weiterhin eine schöne Sommerpause.

Sport frei und nur die HSV.

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